Hallo ich lebe noch  !
Wie geplant habe ich am  Sonntagmorgen 08.10.2006 auch noch den Marathon in
München in Angriff  genommen.

Nach langer Fahrt ( Staus )  kam ich am Samstagnachmittag in München an. 
Fr stolze  68.- durfte  ich mich fr den Marathon am Sonntag nachmelden.
Start Nr. 6985 und kein  Finisher-Shirt !
Wegen des relativ trüben  Wetters beschloss ich auf ein letztes Lauftraining
zu verzichten und  stattdessen meinen Flüssigkeitshaushalt mit leckerem
Bayrischem Hefeweizenbier  in Schwung zu bringen ( lecker, lecker  ).

Statt Kohlenhydrate gab es  Schweinebraten und Kle, natürlich noch ein
kleines 0,5ltr. Weizen ( auch  lecker ).
Ich konnte gut schlafen und  fühlte mich wie ein junger Gott.
Sonntagmorgen super Wetter  ! Toll !
Der Start des Block B (  Läufer mit Zielzeit über 03:45h ) war um 10:15h.
Natürlich hatte ich keine  Ahnung wie ich meine Leistungsfähigkeit 14 Tage
nach dem Berlin Marathon  einkalkulieren konnte.

Einfach versuchen,  ankommen, möglichst unter 4h oder besser unter 03:45h
waren meine  Gedanken.
Zunächst lief alles  optimal. Super Stimmung und fr meine Verhältnisse gute
Zwischenzeiten: ( 10 km  = 51,09 min, 21,1 km 01:50:02 und km 30 = 02:39:22h )
Lange Zeit konnte ich wie  von mir geplant die Pacemaker mit Zielzeit 03:45h
hinter mir  lassen.

Teilweise konnte ich die  beiden Tempomacher auf lngeren geraden Strecken
nicht mehr sehen.  
Leider verlieren mich bei  ca. km 31 die Kräfte und die erwähnten Pacemaker
holten allmählich  auf.
Als Sie schliesslich  aufgeschlossen hatten und dann auch noch langsam an mir
vorbei gingen fiel ich  in ein tiefes Loch ( Plumps ).
Dieser Moment war sehr  demoralisierend und ich litt wie ein Hund.
Dummerweise war im  Englischengarten auch kaum Stimmung, sodass ich ganz
alleine mit dem Hammermann  und leichten Kämpfen zu tun hatte !
Mehrfach kämpfte ich mit  dem Gedanken aufzugeben, konnte mich aber immer
wieder aufrappeln. Ich versprach  mir als Belohnung ein oder zwei grosse
Hefeweizenbier !
 
Meine Befürchtung war sehr  gross, dass mich auch noch die 4h Läufer einholen
würden.
Mein Km-Schnitt wurde immer  schlechter. Ich fhlte mich leer und kraftlos.
Ich sah geistig den Besenwagen  ber mich hinwegrollen. 
Es war als wenn der Sprit  ausgeht ! Aber ich wollte ins Ziel ( Ziel =
Hefeweizenbier )  !
Die Muskelkrämpfen wurden  schlimmer, schlimmer, schlimmer..
Entweder ich war am Anfang  zu schnell oder der Berlin Marathon vom
24.09.2006 machte sich  bemerkbar.
Die Stimmung in Schwabing  rief mich dann zurück ins Leben und ich konnte die
vielen Hammermänner  abhängen.
Trotzdem befand ich mich in  einer Kolonne der "Leidenden". Viele gingen nur
noch. Einer warf seine Nummer  weg und setzte sich auf den Gehsteig. Manche
liefen als hätten Sie Tonnen von  Gewichten an sich hängen. Wie sah ich wohl aus?
1,7 km vor dem Ziel wurden  die Läufer nochmals von einem Streckensprecher
aufgebaut und auf die bisher  geleisteten 40.000m hingewiesen was doch sehr
hilfreich  war.
Vor dem Stadion, kurz vor  dem Einlauf in den Marathontunnel erwischte mich
nochmals ein Krampf und ich  befürchtete, dass ich ins Stadion krappeln
musste.
Ging aber noch mal gut und  ich bemühte mich einen lockeren Eindruck beim
Einlauf
ins Stadion zu machen (  sieht auf Bildern auch besser aus ) !
Ich kam durch die  Nebelschwaden des Marathontunnels ins Stadion und fand es toll

eine 3/4 Runde im  Olympiastadion auf dieser "historischen" Bahn zu laufen.
Ich lief bewusst langsam  auf das Ziel zu und genoss die Atmosphre und den
Moment beim berschreiten der  Ziellinie nach 03:56:26 in vollen Zgen.
Ich hatte 01:17h fr die  letzten 12 km benötigt aber ich hatte auch meinen
4. Marathon seit meinem Debüt  im August 2005 in Basel gefinist.        .
Mein "Selbstversuch" 2  Marathons in 2 Wochen zu laufen ist geglückt und ich
war auch nur 54 Sekunden  langsamer als beim Berlinmarathon.
Festgestellt habe ich aber,  dass der 2.Marathon zumindest aus meiner Sicht
deutlich mehr Willenskraft und  Eigenmotivation forderte.
Belohnt habe ich mich  natürlich auch ! Ich genoss erneut das Bayrische
Weizenbier !  

So nun werde ich erst mal  eine Weile schonen und höchstens locker laufen
( oder sollte ich  vielleicht doch am 29.10.2006 in Frankfurt starten ??? )
Viele Grüsse Euer  
Christian  Lösle
( Haltinger-Unterdörfler  )